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Was versteht man unter Messen ? |
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Ist Messen überhaupt notwendig? |
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Was versteht man unter Richten? |
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Kann
Richten nicht das Projektil im Hülsenhals lösen, bzw. den Ausziehwiderstand
der Patrone negativ beeinflussen? |
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Der Sitz der
Patrone im Tester fühlt sich zu lose an |
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Wie wirkt sich das Richten auf die Patrone aus? |
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Wie wirkt sich das Richten auf den Ausziehwiderstand
des Projektils aus? |
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Kann das Richten nicht zur Beschädigung des Projektils
führen? |
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Mess- und Richtmöglichkeit von Patronen mit unpräzisen
Hülsen bezüglich Form und Masshaltigkeit |
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Wie können Gesamtlängenfehler festgestellt werden? |
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Was bewirkt ein Längsachsenfehler der Patrone
technisch besehen? |
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In welchem Rahmen
liegt die zu erwartende Resultatverbesserung? |
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Notwendigkeit des Gerätes für Wiederlader? |
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Lohnt sich der Preis von ca. SFr. 280.-- für das Gerät
überhaupt? |
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Was mache ich mit einem beschädigten oder ungeeigneten
Gerät? |
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Was versteht man unter Messen ?
Unter
Messen versteht man in Zusammenhang mit dem Bersin Tester das Drehen der
Patrone um deren Längsachse in einer patronenlagerähnlichen Aufnahmebohrung.
Eine Messuhr berührt mit ihrem Messbolzen eine Gewehrpatrone im Bereich der
Projektilspitze. Auf der Messuhrskala sind während des Drehvorgangs der
Patrone Längsachsenfehler des Projektils in Bezug zur Hülse leicht
erkennbar. |
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Ist Messen überhaupt notwendig?
Im Idealfall sind die Längsachsen von Hülse und Projektil genau
übereinstimmend. Der Messuhrausschlag ist diesfalls 0. In der Praxis treten
bei industriell gefertigter Munition regelmässig Ausschläge zwischen 0.10 mm
bis 0.60 mm auf. In extremen Fällen werden Unregelmässigkeiten bis 1.0 mm
gemessen. Wiedergeladene Munition, sofern mit Erfahrung, Sorgfalt und unter
Verwendung von Präzisionswerkzeug gefertigt, hat wesentlich geringere
Abweichungen. Doch werden auch dort sehr häufig Fehler zwischen 0.05 mm und
0.20 mm festgestellt. |
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Was versteht man unter Richten?
Beim Messen
festgestellte Längsachsenfehler des Projektils in Bezug zur Hülse werden
behoben durch Eindrehen einer am Projektil anliegenden Richtspindel. Das
Projektil wird dabei soweit seitlich verschoben, bis die beiden Längsachsen
von Projektil und Hülse möglichst genau übereinstimend sind. Der Vorgang
wird unter Zuzug einer Präzisionsmessuhr, mit der Skalateilung von 1/100 mm
(oder bei Spezialwerkzeugen von 0.5/100 mm), beobachtet und dosiert. Der
Berührungspunkt der Richtspindelspitze am Projektil ist so gewählt, dass
eine ebenmässige Kräfteverteilung auf das Projektil gewahrt bleibt. |
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Kann
Richten nicht das Projektil im Hülsenhals lösen, bzw. den Ausziehwiderstand
der Patrone negativ beeinflussen?
Grundsätzlich
nein.
Zur
Verdeutlichung hier einige fertigungstechnische Angaben über die Herstellung
einer Patronenhülse: Aus einer Platine, bestehend aus einer Legierung von
69 –72 % reinem Kupfer und Zink, wird durch Druckumformen / Fliesspressen
und Zwischenglühen in mehreren Arbeitsgängen die Hülse geformt. Die
Hülsenwand wird dabei hochverdichtet und die Molekularstruktur des
Hülsengefüges richtet sich zur Längsachse der Hülse. Das Materialgefüge ist
jetzt durch das Fliesspressen spröde und verhärtet , was im
Hülsenbodenbereich erwünscht ist. Durch das abschliessende Weichglühen der
Hülse im Bereich des Hülsenhalses entsteht, begünstigt auch durch die
spezielle Molekularstruktur, eine weiche elastische und hochbelastbare
Aufnahme (Hülsenmund) für das Projektil.
Bei fachgerechter Ausführung des Richtvorganges entsprechend
der Bedienungsanleitung schafft der Richtvorgang keinerlei
Stabilitätsprobleme des Projektils im Hülsenmund. Die Molekularstruktur der
Hülse, wie vorangehend beschrieben, bringt mit sich, dass beim Richtprozess
vorerst eine Ausrichtung der Hülse in deren Längsachse erfolgt. Die vom
Weichglühen betroffenen elastischen Molekularstrukturen im Bereich des
Hülsenhalses werden vom Richten nicht in dem Sinne betroffen, dass es zu
einer Lockerung des Projektils kommen kann.
Hingegen ist
bei unsachgemässem Richten, insbesondere bei mehrmaligen Hin- und
Herdrücken des Projektils, mit einer Lockerung des Projektils zu rechnen.
Auch bei qualitativ schlechtem und sehr spröden Hülsenmaterial, wo
zur Kostenreduktion unreine Legierungszusätze ( Kupfer / Zink) verwendet
werden und auch das abschliessende Weichglühen der Hülse entweder nicht
fachgerecht oder überhaupt nicht durchgeführt wird, könnte allenfalls eine
durch den Richtvorgang bedingte, geringfügige Lockerung des Projektils
festgestellt werden. Der dadurch leicht verringerte
Projektilausziehwiderstand hat keine nachteilige Wirkung auf die
Schusspräzision. Eine geringfügige, gleichmässige Reduktion des
Ausziehwiderstandes kann sogar zu einer Verbesserung der Schusspräzision
führen. Dies ist bekannt und wird im Präzisionsschiessen entsprechend
genutzt. Verdeutlichung: Bei einer Standardpatrone beträgt der
Ausziehwiderstand des Projektils etwa 120 Kp. Die gleiche Patrone, jedoch
in Matchqualität, hat einen Ausziehwiderstand von noch etwa 50 Kp. |
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Der Sitz
der Patrone im Tester fühlt sich zu lose an:
Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Patrone nicht fest rundum in
der Bohrung aufliegen darf. Bombierungen (Ausbuchtungen auf der
Hülsenoberfläche) würden diesfalls die Messungen empfindlich stören. Es wäre
diesfalls auch unmöglich, seriell gefertigte Patronen und wiedergeladene
Munition in ein und derselben Patronenlager-Nachbildung aufzunehmen, zu
vermessen und zu richten. Zusätzlich würden Reibungseffekte die Messungen
und damit die Präzision stören.
Die
Problematik wird mit einer speziellen Fassung gem. nachstehender Skizze
gelöst.
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Die ins
System eingeführte Patrone wird mittels eines federgespannten
Distanz-Kompensators horizontal seitlich an die Gegenwand gepresst. Durch
den Konstrukteur speziell gewählte Überweiten der Bohrung bewirken, dass die
Hülse bzw. die Patrone nur in vier sehr engen Zonen aufliegt: nämlich in
Bereich der Hülsenmitte am Berührungspunkt des Durchmesser-Kompensators
(welche mögliche Bombierungen mitmacht), im Ober- und Unterbereich des
Hülsenkörpers an der Gegenwand, sowie an der Hülsenschulter, wo die Patrone
in ihrer horizontalen Lage fixiert wird.
Der BERSIN
Tester ist ein Feinmessgerät, das ähnlich einer Schieblehre mit einer
gewissen Sorgfalt und Übung bedient werden soll. Wer mit Kraft die
eingeführte Patrone am Hülsenboden seitlich in Richtung des
Durchmesser-Kompensators drückt, wird logischerweise einen Ausschlag des
Messuhrzeigers um ein bis 2 Zehntel Millimeter beobachten können. Ein Druck
in die Gegenrichtung zeigt, da ja die Patrone hier bereits an der
Bohrungswand anliegt, hingegen keinen Ausschlag des Zeigers.
Die Drehung
der Patrone um deren eigene Längsachse sollte sich ohne grösseren
Widerstand, aber dennoch nicht allzu lose anfühlen. Lässt sich die Patrone
schlecht drehen, kann durch Lockerung der Abschlusskappe (Messingschraube)
des Durchmesser-Kompensators, am besten unter Zuhilfenahme eines
Gummistückes zur Erhöhung der Reibung, der Federdruck des Kompensators
reduziert werden. Umgekehrt kann, nach Belieben des Anwenders, bei sehr
lockerem Sitz der Patrone die Haftung auch verstärkt werden.
Zusammenfassend ist also ein etwas lockerer Sitz der Patrone, aufgrund der
Konstruktion des Testers, gewollt und funktionell. Wird der Tester mit dem
nötigen Geschick zur Bedienung eines Feinmessgerätes gehandhabt, ist die
relative Festigkeit des Sitzes selbst für Patronen mit einem Durchmesser im
untersten Toleranzbereich ohne weiteres gewährleistet. Eine starr fixierte
Patrone hingegen widerspricht der Konstruktion und der Funktionsabsicht des
BERSIN Testers. |
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Wie wirkt sich das
Richten auf die Patrone aus?
In einer ersten Phase wird mittels der Richtspindel auf das Projektil in
seitlicher Richtung Druck ausgeübt. Der Berührungspunkt am Projektil ist so
gewählt, dass eine ebenmässige Kräftekonzentration auf das Projektil in
seiner ganzen Lage erfolgt. Insbesondere bei Geschossen mit einer
dünnwandigen Ummantelung sorgt eine technisch ausgeklügelte Richtspitze für
eine Kräfteverteilung am Projektil, was eine Beschädigung oder Verformung
des Geschosses verunmöglicht. Der ausgeübte Druck bewegt vorerst nur das
Projektil in seiner Lage im Hülsenhals. Patronen mit einem geringen Längsachsenfehler werden so ohne weiteres gerichtet. Bei Patronen
mit mittleren oder grösseren Abweichungen vom Idealmass wird durch das Richten vorerst das
Projektil, dann auch der Hülsenhals an seinem Übergang in die Hülsenschulter
bewegt. Diese Zone ist meist Ursache für grössere Abweichungen in den
Achsen. An dieser schwächsten Stelle der Hülse greift nun der weitere
Richtdruck an und bewirkt die gewünschte Rundlaufverbesserung.
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Wie wirkt sich das Richten auf den Ausziehwiderstand des Projektils aus?
Grundsätzlich wird der Ausziehwiderstand durch den Richtprozess nicht
beeinflusst. Minime Verringerungen des Ausziehwiderstandes von gerichteter Munition,
wie diese bei aus schlechtem Hülsenmaterial gefertigten Patrone auftreten
können,
bewirken in aller Regel keine negative Beeinflussung der Schusspräzision. Gegenteilig
konnte sogar festgestellt werden, dass eine geringfügige ebenmässige Reduktion des Projektilausziehwiderstandes die Schusspräzision
grundsätzlich günstig beeinflussen kann.
Als Beispiel dient uns hochwertige Matchmunition, die in Bezug zu
Standardmunition einen wesentlich geringeren Ausziehwiderstand hat. (Gemessene Reduktion des Ausziehwiderstandes bis zu 70 %!). Verdeutlichung: Bei einer Standardpatrone
beträgt der Ausziehwiderstand des Projektils etwa 120 Kp. Die gleiche Patrone, jedoch
in Matchqualität, hat einen Ausziehwiderstand von noch etwa 50 Kp.
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Kann
das Richten nicht zur Beschädigung des Projektils führen?
Diese Frage betrifft ein ernst zu nehmendes Problem. Jede Verformung des
Projektils bewirkt nämlich ähnliche Unwuchten wie diese als Folge eines
Achsenfehlers der Patrone auftreten. In der Tat haben gewisse Projektile
eine verhältnismässig dünnwandige Mantelung. Durch die Kräftekonzentration
auf der speziell gerundeten Messingspitze der Richtspindel kann deshalb in
diesen Ausnahmefällen eine Beeinträchtigung der Aussenwandung des Projektils
nicht zum Vornherein ausgeschlossen werde. Diesem Umstand wird bei gewissen
Geräten, insb. Bench Rest und Varmint Hunting, aber auch bei den Geräten für
Large Rifle und Ultra Magnum Geschosse, durch die Bestückung mit einer
speziellen Richtspitze Rechnung getragen. Eine verhältnismässig
grossflächige Auflage am Projektil gekoppelt mit einem Rundgelenk zur
Richtspindel verhindert jede Verformung oder Beschädigung der Mantelung
durch den Richtprozess. |
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Mess- und Richtmöglichkeit von Patronen mit unpräzisen Hülsen bezüglich Form
und Masshaltigkeit
Durch die Durchmesserkompensatoren, gegenüberliegend der Messuhr, ist es
ohne weiteres möglich, auch Patronen mit unpräzisen Hülsen zu vermessen und
zu richten. Zu beachten ist, dass unrunde Hülsen, durch einen entsprechend
unregelmässigen Messuhrausschlag erkennbar sind. Die Identifikation von
unrunden oder beschädigten Hülsen ist, neben dem Erkennen von
Gesamtlängenfehlern von Patronen, eine wichtige Nebenfunktion des Gerätes. |
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Wie können
Gesamtlängenfehler festgestellt werden?
Insbesondere nach dem Richten der Patrone können ungleiche Gesamtlängen der
Patronen (ungleiche Setztiefe des Projektils), ohne weiteres an der
differenten Messuhranzeige zuverlässig festgestellt werden. Bei Vergleich
verschiedener Patronen muss der Messuhranzeigewert innerhalb von wenigen
1/100 mm identisch sein. Erfolgt nun eine deutliche Verschiebung der
Zeigerbewegung auf der Messuhr in positiver oder negativer Richtung, so
spricht dies klar für eine fehlerhafte Setztiefe des Projektils, bzw. einen
Gesamtlängenfehler.
An dieser Stelle ist Festzuhalten, dass eine derartige Messung von vielen
Geräten in der Praxis ohne vorherige Abklärung von Achsenfehlern des
Projektils vollzogen wird. Solche Resultate sind fehlerbehaftet und
entsprechend unzuverlässig, insbesondere wenn die Messung seitlich am
Projektil vorgenommen wird. Die Fixation der Patrone im BERSIN Tester in
einer exakten Nachbildung eines Patronenlagers ermöglicht die Messung der
Setztiefe von der Auflage in der Hülsenschulter bis zur Auflage der
Messpitze nahe der Projektilspitze. Einzig diese Messart der Setztiefe ist
wirklich zuverlässig und vor allen bei Geschossen mit spezieller
(Jagdmunition) oder leicht beschädigter Projektilspitze möglich.
Hier leistet das Gerät in einer Nebenfunktion zeitsparend wertvolle und
genaue Dienste.
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Was bewirkt ein Längsachsenfehler der Patrone technisch besehen?
Zum besseren Verständnis dieser Problematik hier einige wichtige technische
Erläuterungen: Nach dem Zünden der Patronenladung wird das Projektil unter
gewaltiger Kraft beschleunigt, verlässt den Hülsenmund, durcheilt den
Übergangskegel und wird in den Lauf eingepresst. (Der zurückgelegte Weg des
Projektils vom Beschleunigen bis zum Einpressen in den Lauf wird als
rotationsloser Geschossweg, der Weg nach dem Austreten des Projektils aus
dem Hülsenmund bis zum Einpressen in den Lauf als Freiflug bezeichnet).
Im Idealfall, das heisst bei perfektem Rundlauf des Projektils in Bezug zur
Hülse, wird das Projektil genau zentrisch in den Lauf eingepresst. Damit
kann es zu keinerlei einseitigen Verformungen und damit zu einer
Rotationsunwucht des Projektils kommen. Hat das Projektil aber einen
Längsachsenfehler in Bezug zur Hülse, wird es zu genau derartigen
einseitigen seitlichen Verformungen beim Einpressen in den Lauf kommen.
Damit wird eine Rotationsunwucht des Projektils provoziert.
Diese Unwucht wird in den Zügen und Feldern des Laufes nicht etwa
stabilisiert, sondern vielmehr akzentuiert. Die Laufharmonie wird
empfindlich gestört, und ungewollte Laufvibrationen haben ihrerseits einen
negativen Einfluss auf die spätere Flugbahn des Geschosses. Letztlich wird das Geschoss
seine unrunde Bewegung mit dem Verlassen des Laufes auf seiner ganzen
Flugbahn fortsetzen bzw. steigern. Mit der einseitigen Verformung des
Projektils noch vor dem eigentlichen Eintreten in den Lauf bei
Schussauslösung wird damit die Schusspräzision nachhaltig negativ
beeinflusst. Der technische Streukreis einer fixierten Waffe nimmt
erstaunlich weite Dimensionen an.
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In welchem Rahmen liegt die zu erwartende
Resultatverbesserung?
Eine häufig gestellte Frage, die für jeden
Munitionstypen und wohl für jeden Schützen gesondert beantwortet werden
muss.
Seriell (industriell) gefertigte Munition aus Schweizer Fabrikation ist im
internationalen Vergleich betreffend Rundlauf und Setztiefe
überdurchschnittlich genau gefertigt. Beobachtete Rundlauffehler z.B. von GP
90 (.223) liegen zwischen 2/100 mm und 35/100 mm, wobei ca. 1/3 aller
Patronen (je nach Herstellungs-Serie) unter 8/100 mm liegt. Dies darf als
sehr gut betrachtet werden. Die mit Standard Gewehr und Karabiner
verschossene GP 11 (7.5x55) weist Werte zwischen 3/100 mm bis über 5/10 mm
auf. Das mag einerseits daran liegen, dass das Projektil im Messbereich
einen grösseren Umfang hat als die GP 90 (und damit entsprechend mehr Druck
auf die Mess-Spitze ausgeübt wird), andererseits gerade bei
grosskalibrigeren Munitionstypen eben in aller Regel grössere Abweichungen
bez. Rundlauf gemessen werden.
Mit dem besten Drittel der in unseren Beispielen
vermessenen Munition werden in aller Regel ausgezeichnete Schussbilder
geschossen, insbesondere wenn beim Ausmessen und Sortieren der Munition auch
gleichzeitig ein Augenmerk auf die Setztiefe des Projektils geworfen wird.
Gerade hier lassen sich bei der GP 90 doch nicht unbeträchtliche
Unterschiede feststellen, wogegen die GP 11 in aller Regel bezüglich
Setztiefe nach unseren Erfahrungen sehr identisch ist.
Es hat sich in unseren zahlreichen Schiessversuchen eindeutig gezeigt, dass
lediglich Aussortieren der besten Patronen bereits massive Verbesserungen
gebracht hat. Diese liegen, je nach Qualität der nicht verwendeten Patronen,
bei 10 – 30 %.
Hat ein Aussortieren der vielleicht 10 % besten Patronen eine derartige
Verbesserung zur Folge, stellt sich sofort die Frage, was wohl mit den
restlichen Patronen geschehen soll. Oder ganz allgemein, was machen wir in
einem Wettkampf, wo mit abgegebener Munition zu schiessen ist? Hier liegt
die Antwort ganz einfach in der Verbesserung des Rundlaufs der Patronen
(durch Richten) auf ein Mass von unter 5/100 mm (2/1,000 Zoll). Die
beobachteten Verbesserungen liegen hier zwischen 20 – 50 % engeren
Trefferbildern.
Zu beachten ist, dass die erhobenen Versuche alle in einem atmosphärefreien
300 m - Tunnel und ab Maschine geschossen werden. Auch Faktoren wie Distanz
(exponentielle Auswirkung von Rundlauf-Fehlern mit zunehmender Distanz)
sowie Schusskadenz (Lauferwärmung) müssen berücksichtigt werden.
Der individuelle Schütze muss wissen, dass neben Rundlauf- und
Setztiefen-Fehlern auch andere Eigenschaften der Munition negative
Auswirkungen aufs Treffen haben können. Obwohl weniger gravierend in ihren
Auswirkungen als vielleicht diese benannten Mängel können z.B.
Ungleichheiten bezüglich Pulver, Zünder oder Messing Trefferbilder
beeinträchtigen. Weitere negative Faktoren neben der Munition selber sind
namentlich die Qualität der Waffe (Lauf und Verschluss-System),
atmosphärische Konditionen sowie menschliche Fehlerquellen. Gerade letztere
Fehler gebieten aus psychologischen Überlegungen, dass individuelle
Vergleiche nur dann annähernd zutreffend ausfallen können, wenn Testserien
im Schiesstand “blind” (ohne Kenntnis, ob vermessene und gerichtete Munition
zum Einsatz gelangt) geschossen werden.
Der BERSIN Tester ist keine “Wunderwaffe”, der
es dem Anwender von heute auf morgen erlauben würde, sich vom
Durchschnitts-Schützen zum Olympia-Teilnehmer zu steigern. Hingegen erlaubt
der Tester als das richtige und einzige Messwerkzeug in kurzer Zeit,
Patronen, die nicht genau treffen können zu erkennen, auszusortieren oder
aber in einem speditiven Richtprozess zu verbessern. Absolut unnötige
Punktverluste aufgrund von verbreiteten Rundlauf- und Setztiefen-Fehlern
lassen sich somit nachhaltig verhindern, und entsprechend eindrücklich ist
die Resultatverbesserung.
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Notwendigkeit des Gerätes für Wiederlader?
Obgleich das Gerät dem Konsumenten von
industriell gefertigter Munition wohl die markanteste sichtbare Verbesserung
des Streukreises bringt, ist gerade die Verwendung für den Wiederlader
äusserst angezeigt.
Heute versprechen verschiedene Präzisionsgeräte für Wiederlader,
insbesondere auch für die Setztiefe, Zuverlässigkeit auf 1/1'000 inch, oder
0,025 mm. Ob diese Masse regelmässig eingehalten werden können, ist
diskutabel. Zweifelsfrei ist aber z.B. ein Messen der Setztiefe illusorisch,
wenn nicht vorausgehend zuverlässig die Konzentrizität der Patrone
festgestellt wurde. Die dafür bisher auf dem Markt vorhandenen Geräte sind
aber durchwegs, insbesondere wegen fehlender Repetiergenauigkeit,
unzuverlässig. Auch kann kein anderes Gerät eine Patrone auf wenige 1/100 mm
genau richten.
Selbst erfahrendste Wiederlader werden feststellen müssen, dass beim
Einpressen des Projektils in den Hülsenmund immer wieder Fehler auftreten,
die kaum wahrnehmbar und damit vermeidbar sind. Selbst beste Geräte schaffen
keine garantierte Abhilfe. Zusätzlich ist bekanntermassen ein Grossteil der
auftretenden Längsachsenfehler nicht nur im Setzen, vielmehr aber in der
Hülse zu suchen. Ungleichheiten im Hülsenmaterial, reagieren auf Druck und
andere physische Einwirkungen beim Wiederladevorgang. So werden
Längsachsenfehler in die Patrone übernommen oder aber verursacht. Diese
Fehler können letztendlich erst nach dem Abschluss des Wiederladevorganges
zuverlässig festgestellt werden. Voraussetzung dafür bietet ein präzises
Messgerät mit absoluter Repetiergenauigkeit. Dies bietet zur Zeit nur der
Bersin Tester.
Eine Verwendung des Gerätes ist also hier insbesondere zu Prüf-, aber auch
zu Richtzwecken, besonders angezeigt. |
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Lohnt sich der Preis von
ca.
SFr. 280.--
für das Gerät überhaupt?
Fehlschüsse selbst von erfahrenen Schützen lösen meist Verunsicherung und
Verwirrung aus. Erklärungen werden gesucht und Philosophien werden
ausgetauscht. Schliesslich werden fälschlicherweise atmosphärische
Widrigkeiten oder aber ein schlechter Tag verantwortlich gemacht. Waffen
werden zerlegt, überprüft oder gar gewechselt, Optiker konsultiert, es wird
in Schiessbrillen investiert und das autogene Training gesteigert.
Bei allem wäre durch einfaches Messen der Munition festzustellen gewesen, wo
das Problem liegt. Gegebenenfalls wäre durch Richten der Munition vor dem
Schiessen viel allgemeine Verwirrung und Frustration erspart geblieben.
Gerade in jagdlicher Hinsicht kann eine fehlerbehaftete Patrone fatale
Auswirkungen haben. Und insbesondere der Einsatz von Munition im
Hochleistungsschiessen sowie bei spezifischen Sicherheitskräften erlaubt
keinerlei Zufälligkeiten. Obgleich gerade hier vielfach wiedergeladene
Munition verwendet wird, ist diese trotz Garantien der Setzgerätehersteller
immer auf Längsachsenfehler zu prüfen und gegebenenfalls zu verbessern. Die
Erfahrung zeigt, dass in aller Regel selbst bei besten Wiederladegeräten und
bei erfahrener und sorgfältiger Verwendung derselben eine Verbesserung der
wiedergeladenen Munition möglich ist. |
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Was
mache ich mit einem beschädigten oder ungeeigneten Gerät?
Der Hersteller des Gerätes gibt dem Käufer für drei Monate ab dem Kauf eine
Garantie auf das einwandfreie Funktionieren, sachgemässe Behandlung
insbesondere der Messuhr vorausgesetzt. Alle Geräte werden vor Verlassen des
Werkes einer Qualitätskontrolle unterzogen. Sämtliche Messuhren sind
mehrfach geprüft. Grundsätzlich ist eine Fehlfunktion der stosssicher
verpackten Geräte, solange deren Verschweissung unberührt bleibt, kaum
vorstellbar. Sollten Sie trotz allem mit Ihrem Gerät unglücklich sein, da es
Ihres Erachtens die zugesicherten Funktionen nicht einwandfrei übernimmt,
setzen Sie sich bitte mit dem Werk in Verbindung (imachine@localnet.com
).
Die Bohrungen (Patronenlagerimitationen) der Geräte sind kaliberspezifisch
unterschiedlich dimensioniert. Sämtliche Bohrungen basieren auf
Spezifizierungen gemäss internationalen Normen für Waffen- und
Patronenlagerbau, sowie für Patronenhülsenbau (C.I.P. Normen; SAAMI
Specifications). Die angewendeten Toleranzen
erlauben insbesondere dem Wiederlader, die angegebenen Hülsendimensionen
nach Weitung durch das Erstverschiessen ohne weiteres in die vorgesehene
Bohrung einzufügen, und alsdann zu messen und zu richten. Solange die
Toleranzen bezüglich Patronenlagerbau in seiner Waffe eingehalten sind,
werden sich auch wiedergeladene (und damit leicht geweitete Patronen) ohne
jede Schwierigkeit in die Gerätebohrung einfügen lassen.
Durchmesserkompensatoren sorgen zusätzlich für eine funktionelle Erweiterung
der Toleranzen. Hingegen muss verstanden werden, dass eine Überdehnung der
Toleranzen zur Abdeckung von ausgesprochenen Sonderfällen (ungenüglicher
Waffenbau, Überweiten des Patronenlagers) zulasten des Gros der Anwender
ginge. Damit soll gesagt werden: Sollten Sie als Wiederlader feststellen,
dass die im Einklang mit der Kalibertabelle verwendete Patrone nur mit Mühe
in die dafür vorgesehene Bohrung passt, sind Sie mit aller
Wahrscheinlichkeit mit einer Überweite des Patronenlagers Ihrer Waffe
belastet. Setzen Sie sich mit dem Werk in Verbindung (imachine@localnet.com),
wo man ihnen mit einer Weitung der Bohrung helfen kann. Für diese doch sehr
seltenen Fälle übernimmt der Hersteller keine Garantien, und eine
Nachbesserung am Gerät erfolgt ausdrücklich nur nach Möglichkeiten des
Herstellers gegen Kostentragung inkl. Versand durch den Kunden. |
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